Samstag, 14.09.2019

Landesliga Damen / 1. Spieltag

Ruhrpott Baskets Herne – TV Gerthe 55:52 (22:26)

Viertelergebnisse: 8:12 / 14:14 / 13:16 / 20:10

Mannschaftsaufstellung und Punkteverteilung:

C. Przybyl (11), La. Hader (10), Gertz (9), Lorke (6), Mücke (6), Nerowski (6), Unverhau (4), Huyeng (3), Tews

Freiwurfquote: 33 % (3/9)


Das komplett neu formierte Damenteam der Ruhrpott Baskets trotze am 1. Spieltag der Landesliga allen Ausfällen und kam im Derby gegen den TV Gerthe durch ein starkes letztes Viertel zu einem hart erkämpften 55:52 Auftaktsieg.

Durchaus schweren Herzens hatten die Verantwortlichen im Mai das Oberliga-Team zurückgezogen und freiwillig den Schritt eine Liga tiefer in die Landesliga gemacht. Nachdem feststand, das fast der gesamte Kader des letztjährigen Oberliga-Team für die Spielzeit 2019/2020 nicht mehr zur Verfügung stehen würde, musste ein Neuanfang gemacht werden. „Wir haben unglaublich viel gesprochen, das Für und Wider verschiedener Optionen ausgelotet und am Ende dann aus den verbliebenen Spielerinnen der beiden Damen-Teams sowie aus der weiblichen U18 zwei komplett neue Damen-Teams zusammengestellt“ erläutert Heiko Dittinger von den Ruhrpott Baskets Herne. Auch auf der Trainerposition gab es einen Wechsel, an der Seitenlinie steht als Headcoach wieder Michael Hader, der nach einem Jahr Pause erneut die Verantwortung bei den 1. Damen der Ruhrpott Baskets übernommen hat. Um eindrucksvoll zu verdeutlichen, wie radikal dieser Neuaufbau ausgefallen ist, reicht wohl der Fakt, dass beim 1. Saisonspiel gegen den TV Gerthe keine einzige (!) Spielerin aus dem letztjährigen Oberliga-Team mitgewirkt hat! Trainer Michael Hader kann aber in den kommenden Spielen wieder auf das erfahrene Duo Katharina Holzkamp und Anna Lena Schmidt setzen, die dem Verein als einzige Oberliga-Spielerinnen der Vorsaison die Treue gehalten haben, am Wochenende aber beide aus privaten Gründen noch nicht zur Verfügung standen. Aus der 2. Damenmannschaft aufgerückt in das neue Landesligateam sind mit Laura Hader, Katrin Mücke, Constanze Przybyl und Vanessa Tews gleich 4 Spielerinnen, die nach der letzten starken Bezirksligasaison auch eine Liga höher keine Probleme bekommen sollten. Aus dem Jugendbereich gehen die Talente Kim Huyeng, Anna Lorke und Emely Unverhau die ersten Schritte im Erwachsenenbasketball. Neu dabei ist nach einer langen Basketballpause Lena Nerowski, die zuletzt bei CB Recklinghausen gespielt hat.
Komplettiert wird der 12er-Kader von zwei Spielerinnen, die in der Vergangenheit bereits für die Ruhrpott Baskets Herne aufgelaufen sind: Nach einem Jahr Pause und der Geburt ihres 2. Kindes ist Carina Heinz wieder zurück, dazu lief am Samstag auch Franziska Gertz wieder für die RBH-Damen auf, eine Spielerin, die großen Anteil an den beiden Aufstiegen der Ruhrpott Baskets von der Bezirksliga bis in die Oberligan (2014 und 2015) hatte. Nach dem freiwilligen Rückzug in die Landesliga und diesen großen personellen Veränderungen innerhalb der Mannschaft, galt es am ersten Spieltag auszuloten, wo man steht und wie man sich in der Liga behaupten kann. Beim Derby gegen den TV Gerthe musste man direkt auf die drei erfahrensten Spielerinnen verzichten, so dass man ohne eine einzige Centerspielerin antrat. Nervös startete das Team in die Partie. Es wurde zwar versucht die einstudierten Systeme durchzuspielen, man schaffte es aber leider nicht den Ball im gegnerischen Korb unterzubringen. Folgerichtig lag man nach 5 Spielminuten mit 4:8 zurück. Nach einer Auszeit der Gästemannschaft wurde darauf hingewiesen, dass man beim Abschluss konzentriert und cool bleiben soll. Gesagt, getan: Zur 7. Spielminute hatte man sich auf 1 Punkt herangekämpft (8:9) und hatte mit 4 Freiwürfen die Gelegenheit auszugleichen oder sogar in Führung zu gehen. Leider wurden alle 4 Freiwürfe vergeben und durch eine Unkonzentriertheit gestatte man den Gästen quasi mit Ablauf der Spielzeit einen freien Dreipunktewurf. Der Gast aus der Nachbarstadt ließ sich nicht lange bitten und versenkte eiskalt. So ging man mit 4 Punkten Rückstand in die erste Viertelpause (8:12). Mit Beginn des zweiten Viertels war die Nervosität besiegt und Herne schaffte es nun konsequenter dagegen zu halten und in der 19. Spielminute erstmals in Führung zu gehen (22:20). Leider verschlief das Team dann die letzte Spielminute und kassierte so noch sechs schne In den ersten beiden Minuten der 2. Halbzeit konnte der Abstand bis auf 26:28 verkürzt werden. Was dann passierte muss wohl in die Kategorie Total-Blackout verbucht werden. Innerhalb von 5 Minuten schaffte Gerthe es einen 12:0 Lauf zur 40:26 Führung der Gäste hinzulegen. Trotz Auszeit und viel Coaching von der Seitenlinie war es nicht möglich diesen Lauf zu unterbinden. Erst in der 27. Spielminute hatte Herne sich gefangen und sorgte durch eine 9:2 Serie bis zum Ende des Spielabschnitts dafür, dass die Partie trotz eines 35:42 Rückstandes aus RBH-Sicht noch nicht verloren war. Im Schlussviertel sollte die Verteidigungsarbeit intensiviert werden, um einige Ballverluste des Gegners zu forcieren. Diese Maßnahme zeigte dann Wirkung, Herne kämpfte sich Punkt für Punkt heran und konnte in der 37. Spielminute zum 48:48 ausgleichen. In den folgenden zwei Spielminuten hatte Gerthe das etwas glücklichere Händchen und konnte exakt mit Beginn der letzten Spielminute mit zwei Punkten in Führung gehen (50:52 aus RBH-Sicht). Im nächsten Angriff konnte Herne die Partie durch Franziska Gertz ausgleichen und Gerthes nächsten Angriff ohne Foul und Korberfolg verteidigen. Beim nächsten Korbversuch wurde Constanze Pryzybyl gefoult und mit zwei Freiwürfen an die Linie geschickt. Sie behielt die Nerven und verwandelte den ersten Freiwurf zur 53:52 Führung. Der zweite Versuch ging daneben, jedoch konnte der Rebound von Franziska Gertz gesichert werden, so dass der Ball in den Herner Reihen blieb. 7 Sekunden vor Schluss fasste L. Hader sich ein Herz und traf den wichtigen Mitteldistanzschuss zur 55:52 Führung bei noch 6 Sekunden Restspielzeit. In der folgenden Auszeit wurde besprochen, das man keinen Dreier zulassen darf und schon gar nicht beim Dreier foulen sollte. In dieser Situation wurde der mögliche Dreier durch einer tollen Teamdefense verteidigt und der Sieg gehörte nach 40 nervenaufreibenden Minuten den Ruhrpott Baskets Herne. „Wie erwartet war es heute ein schwieriges Spiel mit vielen Auf und Ab’s. Wir spielen mit einer völlig neu zusammengestellten Mannschaft, die sich naturgemäß erst noch finden muss. Ansatzweise konnte man aber schon sehen, was möglich sein kann wenn wir einen kühlen Kopf bewahren und das spielen was wir können. Wenn man bedenkt das wir heute ohne Centerspielerin angetreten sind und uns hierdurch einige Möglichkeiten gefehlt haben, können wir sehr stolz auf das Team und diesen tollen Auftaktsieg sein“, erklärte das Trainerduo Michael Hader und Ralf Hagemeyer nach der Partie unisono.
Am nächsten Sonntag treten die RBH Landesliga-Damen um 18 Uhr bei CB Recklinghausen III zum ersten Auswärtsspiel der Saison an (Vestische Arena Alfons Schütt, Campus Blumenthal 5 – Zufahrt Buddestraße in 45665 Recklinghausen), Recklinghausen ist mit einem deutlichen 76:51 Auswärtssieg beim GV Waltrop in die Saison gestartet. „Da wartet sicher eine anspruchsvolle Aufgabe auf uns, aber wir werden auch dort alles versuchen den Sieg mit nach Hause zu nehmen“ sagt Michael Hader, der darauf hofft dann auch wieder die eine oder andere erfahrene Spielerin zusätzlich mit dabei zu haben.